Ein Hochseilgarten besteht aus einem Seilgeflecht in 8 bis 12 Meter Höhe. Die Stahlseile sind entweder zwischen künstlich aufgestellten Masten oder Bäumen gespannt. Verschiedene Netze, Nylonseile und Holzbalken laden zum balancieren ein. Bei jedem Baum befindet sich ein sogenanntes Podest, wo die Teilnehmer ihre Sicherungskarabiner umhängen oder auch ausruhen können. Beliebt sind Hochseilgärten auch im Zusammenhang mit einem Motivationstraining. Es ist einer jener Tage, an denen man sich wünscht nicht draußen sein zu müssen. Ein regnerischer Tag, trüb und kalt. Die Gruppe wartet in der Gaststube des Outdoor Zentrums auf den Beginn des Hochseil Programms. Insgeheim sucht jeder nach einer Ausrede um doch im Trockenen bleiben zu können. Es ist 10 h und der Hochseiltrainer kommt herein um die Gruppe in Empfang zu nehmen. Er teilt die Teilnehmerliste aus und jeder trägt sich darin ein. Jetzt gibt es „fast kein Zurück“ mehr. Eine Aufbruchs – und Erwartungsdynamik hat sich in der Gruppe entwickelt. Die Teilnehmer begeben sich in den Raum mit der Ausrüstung. Es werden Gurte angezogen und der Helm angepaßt und nun geht`s ins Freie zum Hochseilgarten. Auf dem Weg zum nahe gelegenen Hochseilgarten prasseln fette Regentropfen auf die Helme der Teilnehmer, was die Stimmung noch etwas drückt. Bevor es in den Hochseilgarten geht, wird ein Übungsparcours absolviert. Jetzt wird es schon interessanter, die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Anweisungen des Trainers. Anschließend werden am Übungsparcours die ersten Schritte auf den Stahlseilen gewagt. Die Spannung steigt. Wie fühlt es sich an, wenn man in dem Gurt sitzt? Sind die Karabiner richtig eingehängt? Jeder ist konzentriert bei der Sache! Die erfolgreiche Absolvierung des Übungsparcours ist die eigentliche Eintrittskarte ihn den Hochseilgarten, wo Seilelemente in bis zu 12 Meter Höhe gespannt sind. Jeder ist bestrebt, die Sicherheitsanweisungen korrekt auszuführen um eine Etage höher gehen zu können. Der Einstieg in den Hochseilgarten erfolgt über „the wall“, eine 4 Meter hohe glatte Holzwand, die von dem Team ohne Hilfsmittel überwunden werden soll. Es wird gezogen und geschoben, bis schließlich alle oben angelangt sind. Vergessen sind die Regentropfen und das miese Wetter – eine euphorische Stimmung macht sich breit. Jetzt möchte natürlich jeder die Stationen die er vorher nur von unten gesehen hat selbst ausprobieren. Das erste Zweierteam beginnt bei einer Hängebrücke. Konzentriert führt der Erste einen vorsichtigen Schritt nach vorne aus. Die Brücke unter seinen Füssen beginnt zu wackeln, er ist bemüht nicht runter zu fallen. Obwohl durch das doppelte Sicherungssystem nichts passieren kann, wird die Höhe subjektiv doch als Bedrohung wahrgenommen. Acht Meter vor ihm liegt das Ziel, ein kleines Holzpodest, das er nach einigen Minuten schließlich erreicht. Beim Podest angekommen jubelt er in Siegerpose! Die Anderen können es kaum erwarten los zu starten. Was ist in dieser Gruppe passiert? Demotiviert haben sie in der Wirtsstube gewartet, sind mit hängendem Kopf zum Hochseilgarten gestapft und innerhalb kurzer Zeit waren die nicht sehr einladenden Wetterbedingungen völlig vergessen. Zu Beginn ist der Fokus der Aufmerksamkeit in einer Negativspirale festgesessen. Das Unangenehme dominierte die Stimmung in der Gruppe. Schrittweise wurde in der Folge die Aufmerksamkeit von der Negativkonstruktion zu einer anregenden Erwartungshaltung hingelenkt, die Spannung und Neues versprach. Mit dem Eintrag in die Teilnehmerliste hat jeder nicht nur nach außen hin sondern auch für sich eine Entscheidung getroffen. Mit der bewußten Entscheidung für etwas, änderte sich nach und nach das Stimmungsbild in der Gruppe. Die offene und motivierende Umgangsart des Hochseiltrainers trug das Seinige zur positiven Atmosphäre bei. Mit der Übung „the wall“ bewegten sich die Teilnehmer kollektiv auf ein gemeinsames Ziel zu und erlebten dabei auch ein entsprechendes Erfolgserlebnis. Es entstand ein „Team spirit“, bei dem gegenseitige Unterstützung im Vordergrund stand. Anschließend wurde jede einzelne Station im Hochseilgarten als realistische, persönliche Herausforderung erlebt, die zwar anspruchsvoll jedoch nicht überfordernd war. Diese sorgte für eine gelungenes Gesamterlebnis für das Team, das ihnen gewiß noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Nähere Informationen unter http://www.freelife.at
Name: Klaus Hausl
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