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Heute sind alle nur noch ökologisch. Jeder denkt an seinen Nächsten, die Umwelt, den Treibhauseffekt und damit zusammenhängend die allseits postulierte globale Erwärmung. Im Bereich der Akzidenzdruckereien ist die Behauptung in Mode gekommen, dass klimaneutral drucken erstens möglich sei und zweitens natürlich von jedermann realisiert werde. Zumindest schreiben sich das immer mehr Druckereien auf die Fahnen. Natürlich kann keine Druckerei "faktisch ökologisch" oder gar klimaneutral Drucksachen herstellen. Druckmaschinen können unter möglichst umweltfreundlichen Bedingungen arbeiten, entsprechend modern und justiert sein. Und sie können Strom sparen sowie alkoholreduziert und mit echten Ökofarben produzieren. Der Output neben dem Printprodukt wird aber immer auch ein Umwelt beeinflussender sein und auch nicht immer der Beste. "Klimaneutrales drucken" bedeutet also keineswegs exakt ebendies. Vielmehr geht es darum, "nach der mehr oder weniger großen Sünde" - und da gibt es wirklich Unterschiede - dafür zu sorgen, dass der Ablasshandel groß genug dimensioniert ist, dass mehr Nutzen als Schaden entsteht. Wenn Sie also künftig lesen "klimaneutral drucken", dann wissen Sie einzuordnen, worum es geht. Es heißt "Wir bemühen uns, zu den Guten zu gehören, indem wir, wenn wir links Schmutz prouzieren, wir rechts mehr sauber machen. In diesem Sinne ist klimaneutrales Drucken sicher sinnvoll und zeitgemäß, aber nur mittelbar möglich. Viel Spaß also beim künftig aufgeklärteren Print-Projekt.
Name: Armin Weller E-Mail: aweller@web.de
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