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Die Kunst antiker Technik und ihre Wiederauferstehung

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Eine der interessantesten Erfindungen Herons ist die "Aeolopile", eine "Kugel, die sich über einem geheizten Kessel um einen Zapfen bewegt", der erste in der Geschichte der Technik beschriebene (und wohl auch gebaute) Apparat, der das Prinzip der Rückstoß-Dampfturbine vorwegnahm. Anhand einer Funktionsskizze gibt Heron folgende Beschreibung: "Es sei ein mit Wasser gefüllter, geheizter Kessel. Seine Mündung sei mit einem Deckel verschlossen; durch diesen sei eine gebogene Röhre getrieben, deren Ende luftdicht in eine Hohlkugel eingepasst ist. Dem Ende liegt ein auf dem Deckel feststehender Zapfen diametral gegenüber. Die Kugel sei mit zwei gebogenen, einander diametral gegenüberstehenden Röhrchen versehen, die in sie münden und nach entgegengesetzten Richtungen gebogen sind. Wird nun der Kessel geheizt, so ist die Folge, dass der Dampf in die Kugel dringt, durch die umgebogenen Röhren hin ausströmt und die Kugel zur Drehung bringt..." Auch dieser Erfindung, die eine neue Naturkraft nutzbar machte, blieb der Einzug in die Produktionssphäre versagt. Sinnreich ausgedachte mechanische Vorgänge, undurchschaubar jedoch für die in Unwissenheit gehaltenen Menschen, denen der Blick hinter die Kulissen verwehrt blieb, die sie an göttliche Wunder glauben ließen und in religiöse Furcht versetzten. Die Mechaniker, die diese Kunst des Apparate- und Automatenbaues beherrschten, wurden deshalb im alten Griechenland auch "Traumaturgen", Wunderkünstler, genannt. In der Literatur wird Heron von Alexandria, der solcherart "Wunder" vollbrachte, zuweilen als ein Schüler des Ktesibios bezeichnet. Das gilt wohl nur in übertragenem Sinne. Herons Lebensdaten und Lebensumstände liegen im dunkel, wie auch das Grab des Archimedes bald in Vergessenheit geriet. Gegenwärtig wird daran gearbeitet die Kunst der antiken Technik digital zu rekonstruieren. Mit Hilfe der 3d Visualisierung und 3d Animation soll den Besuchern von Museen ein außergewöhnlicher Einblick in die damalige Kunst der Technik gegeben werden. Es sollen interaktive 3d Darstellungen - auch für den Einsatz im 3d Web - erstellt werden. Solche Technologien sind bereits im Bereich der Produktdarstellung (z.B. 3d Konfigurator) im Einsatz. Die mit 3d Visualisierungen erstellten Technikvisualisierungen können auf eindrucksvolle Art und Weise die damalige Handwerkskunst wiedergeben.

Name: Dipl.-Ing. Lars Wienke
E-Mail: autor@epromod.de

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